Was ist personenorientiertes Malen in der Maltherapie?
Personenorientiertes Malen ist eine kunsttherapeutische Methode bei der der gesamte Malprozess in seiner Ganzheitlichkeit mit der eigenen Geschichte im Mittelpunkt steht. Die Methode wurde von Bettina Egger aus der Schweiz entwickelt und gehört zur Richtung der humanistischen Kunsttherapie. Sie ist eine Weiterentwicklung des begleitetes Malens nach Arno Stern. Im Gegensatz zur Methode des lösungsorientierten Malens (LOM), hat das personenorientierte Malen (PM) einen weitaus freieren Ansatz und ist weniger strukturiert in der Vorgehensweise.
Ursprung und Haltung der personenorientierten Maltherapie
In der personenorientierten Maltherapie wissen wir nicht, was entsteht. Malen ist wie Tanzen eine tief in uns verankerte Ausdrucksform. Kinder haben einen sehr natürlichen Zugang zum Malen, während wir als Erwachsene oft schon durch die harte Schule von Beurteilungen und Vergleichen gegangen sind.
Malen heißt mutig schauen, was kommt - was wird sichtbar? Aufmerksam malen wir und schauen was kommt. Innere Kritiker dürfen verstummen.
Das Bild wird zum Partner und Lehrer
Neben der Maltherapeutin wird auch das Bild zum Gegenüber. Es zeigt, was ist und was gesehen werden will - auch Gefühle. Hier geht es darum zu verstehen, nicht auf jedes Gefühl unmittelbar mit lange erlernten Verhaltensweisen zu reagieren. Vielleicht sind wir es gewohnt, Gefühle zu verdrängen und weg zusperren, anstatt aufmerksam und annehmend damit umzugehen. Das Bild hat oft seinen eigenen Weg und manchmal wissen wir auch garnicht was wir malen.
„Niemand weiß, was wir malen, denn was man malt, kommt nicht vom Wissen, es kommt durch die Hintertür“ (Egger/Hartmann)

Wie wirkt personenorientiertes Malen?
Bilder, die in der Maltherapie gemalt werden sind oft sehr berührend. Die sanfte Art, ein Bild achtsam zu malen, die Farbe mit den Fingern auf dem Papier zu verteilen, ermöglicht es, die eigenen Qualitäten und unbekannten inneren Bilder zu entdecken.
Dadurch eröffnen sich neue Perspektiven für die Lösung von Herausforderungen im Lebensalltag und für die persönliche Entwicklung.
Kreativer Selbstausdruck jenseits von Worten
Oft verlieren wir den Kontakt zu uns, wenn wir unsere Qualitäten zu viel oder zu wenig gelebt haben.. Etwas, dass wir nicht formulieren können, ist aus der Balance geraten. Dies darf sichtbar werden in der Maltherapie. Schwächen sind oft ein Hinweis auf ein eigentliche Qualität. Durch das Malen kommen wir wieder in Kontakt mit unserem schönen Kern - unserem Wesen.
Emotionale Prozesse achtsam wahrnehmen - Gefühle und unser Gehirn
Gefühle sind oft schwer auszuhalten. Angst z.B. ist ein zentrales Gefühl, das wir alles kennen. Die Angst warnt uns vor Gefahr und kann uns so vor einer Bedrohung schützen, in dem der Körper über das Gehirn das Signal erhält, sich auf diese Gefahr vorzubereiten: Er reagiert mit Kampf, Flucht, oder auch mit Erstarrung. Hierbei macht es keinen Unterschied, ob die Gefahr wirklich da ist, oder nur der Gedanke, oder eine Erinnerung.
Gefühle entstehen also durch einen Reiz von außen oder durch eine innere Vorstellung - immer sind sie eine Form der Wahrnehmung. Der Körper merkt sich dieses Reiz-Reaktionsschema sehr schnell.
Da Gefühle unmittelbar vom Körper gesteuert werden, können sie nur über den Körper, nicht aber über die Gedanken bleibend verändert werden. (Egger/Hartmann)
Was bedeutet das für die Maltherapie? In der personenorientierten Malttherapie zwingen wir den Körper, unter anderem durch langsames, achtsames Malen, die sympatikone Wirkung schmerzlicher Situationen zu vermindern und das Erlebnis mit parasympatikonen Reaktionen zu verbinden (nach Egger/Hartmann).
Das heißt: Das Kampf-Flucht-System (Sympathikus) schwächt sich ab und das Ruhesystem (Parasympathikus) kann übernehmen.
Innere Ressourcen stärken und neue Perspektiven entwickeln
Malen ist heilsam und kann Stress abbauen. Menschen, die regelmäßig Malen haben in der Regel eine bessere Verbindung zu sich selber und sind achtsamer mit sich und anderen Menschen. Das Malen zeigt das Neue - sei es in inneren Prozessen, die bewältigt werden wollen, oder in Bezug auf Lebensfragen und Zukunftsplanung. Die Personenorientierte Maltherapie hilft uns, uns selber besser zu verstehen und Ressourcen zu aktivieren.

Ablauf einer Sitzung im personenorientierten Malen
Du kommst, so wie du bist und alles darf sein. Eine kurze Anamnese fließt in das Erstgespräch ein, damit ich dich bestmöglich begleiten kann. Als Heilpraktikerin für Psychotherapie unterliege ich der Schweigepflicht.
Ankommen und innere Ausrichtung
Wir besprechen dein Anliegen. Du entscheidest, was du erzählen möchtest - was dein Thema ist. Es ist auch möglich, gleich in den Malprozess einzusteigen - ohne viele Worte. Wir schauen, was dir guttut.
Der Malprozess als Spiegel des inneren Erlebens
Wir arbeiten mit dem was kommt. Manchmal entstehen Formen oder Farbflächen, manchmal entsteht etwas gegenständliches. Manchmal geht es nicht weiter, man steckt fest. Manchmal kommen Gefühle oder Erinnerungen. Alles gehört dazu und Ich begleite dich dabei.
Achtsame Begleitung ohne Bewertung
Jeder Malprozess ist einzigartig, genauso wie der Maler oder die Malerin. Es gibt kein Falsch oder Richtig, Gut oder Schlecht.
Für wen eignet sich personenorientiertes Malen?
Personenorientiertes Malen eignet sich für alle Menschen, die neugierig sind und etwas für ihre emotionale und psychische Gesundheit tun möchten.
Unterstützung in belastenden Lebensphasen
Unser Leben ist eine Reise. Dazu gehören immer auch schwer oder belastende Erlebnisse. Personenorientiertes Malen begleitet und unterstützt bei belastenden Lebensereignissen. Je nach Belastung und Schwere, kann ein fließende Übergang von der personenorientierten Maltherapie zur lösungsorientierten Maltherapie stattfinden, wenn sehr schwer auszuhaltende Gefühle abgeholt werden müssen
Persönliche Entwicklung und Selbstfürsorge
Gerade Frauen kommen oft durch den Prozess des Älterwerden zu Themen wie: „Wer bin ich?“ oder „Was möchte ich überhaupt ?“ In der Orientierung und Selbstwahrnehmung kann die personenorientierten Maltherapie zu innerer Klarheit und neuen Perspektiven führen.Personenorientiertes Malen ist Selbstfürsorge. Selbsterfahrung durch Malen stärkt die Verbindung zu uns und zu unseren Selbstwert.
Keine künstlerischen Vorkenntnisse erforderlich
Für die Maltherapie musst du nicht Malen können. Hier gilt nicht, was du in der Schule gelernt hast.
Personenorientiertes Malen in meiner Praxis für Maltherapie
Angstfrei und und sicher Malen
Mein Malraum ist ein geschützter Raum für Deine kreative Selbsterfahrung und innere Klarheit. Ich lade dich herzlich in meinen Malraum in Eutin ein, um selber einmal herauszufinden, wie Maltherapie in deinem Leben für Veränderung sorgen kann.